Geschichte der Kunst

Kunst in der Renaissance und Aufklärung

Die Renaissance wird oftmals als Befreiung von den Zwängen des Mittelalters angesehen, tatsächlich war sie aber rückwärtsgewandt. Die antiken Künstler und Gelehrten wurden idealisiert und verehrt, ohne dass es eigentlich einen kritischen Diskurs mit ihnen gab. Nicht umsonst hatte man den Begriff der Wiedergeburt gewählt. Er fasst sowohl die Abkehr von der Kunst der vergangenen Jahre als auch die Sehnsucht nach der Antike zusammen. Der Begriff an sich wurde übrigens erst später, im 19. Jahrhundert, geprägt.

Verglichen mit dem Mittelalter führte die Renaissance zu einer Blüte in allen Bereichen der Kunst. Die Anfänge machten Künstler in Italien, später kamen auch Kunstschaffende aus dem heutigen Frankreich und Deutschland hinzu. Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Renaissance war Leonardo da Vinci. Er schuf nicht nur weltbekannte Gemälde, sondern war auch Wissenschaftler und Ingenieur. In derselben Epoche arbeiteten auch Raffael und Michelangelo. Allein diese beiden haben Kunstgeschichte geschrieben und gelten noch immer als wegweisend in ihrer Epoche.

Von Dürer bis zum freien Denken

In Deutschland war es Albrecht Dürer, der neue Akzente setzen. Sein fotorealistischen Zeichnungen und Drucke von betenden Händen und einem Hasen waren als Genre bis dahin unbekannt gewesen und sind zum Beispiel im Dürer-Haus, das zu den Museen in Nürnberg gehört, ausgestellt. Die zu seiner Zeit entstandene Donauschule hatte großen Einfluss auf viele Maler der Epoche. Thomas Morus lieferte zusammen mit anderen Denkern wie Erasmus von Rotterdam und Niccolo Machiavelli das philosophische Gerüst der Renaissance.

Die Aufklärung und das damit verbundene freie Denken schlossen sich der Wiedergeburt zeitlich an. Jetzt waren Künstler nicht nur finanziell unabhängig, sondern konnten sich auch neuen, bisweilen revolutionären, Ideen widmen. Die Ästhetik wurde zu einem Begriff und für manche auch zum Leitmotiv. Gleichzeitig wurde Kunst immer weniger als Handwerk gesehen, sondern als Art und Weise, Gedanke und Idee zu präsentieren. Im späten 18. Jahrhundert begannen sich auch die bildenden Künstler und die Schriftsteller und Autoren zu trennen. Als bildende Kunst wurden Bildhauerei, Malerei, Zeichnen, Grafik und später auch die Fotografie und das Kunsthandwerk bezeichnet. Im Gegensatz dazu gab es die darstellenden Künste wie Theater, Tanz, Film, Literatur und Musik.

Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart gehörten zu den prominenten Vertretern von Künstlern, die sich von ihren adeligen Auftraggebern trennten und Musik um ihrer selbst willen schrieben. Dass dies nicht immer wirtschaftlich erfolgreich war, musste Mozart noch zu Lebzeiten selbst erleben. Am Ende dieser Epoche standen dann Darstellungen aus der Alltags- und Arbeitswelt, die zum Teil auch politische Aussagen hatten. Den Gegenpol bildete aber die gleichzeitig stattfindende Romantik, die ein verklärtes Bild der Welt lieferte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.